Fachausschüsse

Biodiversitätspreis 2025

Das Projekt „Wiesenbrüterschutz im Vorarlberger Rheintal“ wurde mit dem Biodiversitätspreis 2025 des Vereins Grünes Kreuz ausgezeichnet. Die feierliche Preisverleihung fand im österreichischen Parlament in Wien statt. Die Trophäe sowie das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wurden von Dr. Christa Kummer, Präsidentin des Vereins Grünes Kreuz, an die Projektverantwortlichen überreicht

Seit mehr als zwei Jahrzehnten engagieren sich im Rheintal Vertreterinnen und Vertreter der Jägerschaft, der Landwirtschaft und des Naturschutzes gemeinsam für den Erhalt stark gefährdeter Wiesenbrüterarten wie Kiebitz, Bekassine, Großer Brachvogel und Braunkehlchen. Das Vorarlberger Projekt gilt dabei österreichweit als beispielgebend für erfolgreichen Artenschutz auf Basis regionaler Zusammenarbeit.

Vier Säulen des Erfolgs

Der Wiesenbrüterschutz im Rheintal basiert auf einem klar strukturierten Maßnahmenpaket:

  • Lebensraumerhalt und -pflege, insbesondere durch den Schutz und die Bewirtschaftung von Streuwiesen

  • Monitoring und Nestschutz durch revierkundige Jäger und engagierte Ehrenamtliche

  • Besucherlenkung im sensiblen Naherholungsraum

  • Prädatorenmanagement

Gerade die enge Kooperation zwischen Revierinhabern und Bewirtschaftern ermöglicht es, Brutflächen gezielt zu sichern und den Bruterfolg nachweislich zu steigern. In den sieben beteiligten Jagdrevieren sind Nestmarkierungen, Schutzmaßnahmen und begleitende Öffentlichkeitsarbeit längst gelebte Praxis

Preisverleihung im Parlament

Bei der Präsentation des Projekts in Wien waren Landesjägermeister Dr. Christoph Breier, Gernot Heigl MSc, Geschäftsführer der Vorarlberger Jägerschaft, der jagdliche Projektkoordinator Reinhard Hellmair sowie Bianca Burtscher, Geschäftsführerin des Naturschutzbundes Vorarlberg, vertreten. Unter den Gästen befanden sich zudem zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung und jagdlichen Fachorganisationen.

„Diese Auszeichnung gilt nicht nur dem Projekt – sie würdigt das langjährige Engagement aller Beteiligten vor Ort“, betonte Landesjägermeister Dr. Christoph Breier im Rahmen der Preisverleihung. Die Jury hob insbesondere die breite Trägerschaft sowie den gelungenen Schulterschluss zwischen Nutzung und Naturschutz hervor. Das Preisgeld wird gezielt für weitere Lebensraumverbesserungen, Monitoringmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit im Rheintal eingesetzt.

Landesweite Gamswildzählung

Eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige jagdliche Nutzung ist die Wildstandserhebung. Kaum eine andere Wildart bietet bessere Voraussetzungen dafür als die tagaktive Gamswild.

Objektive Zahlen und Daten sind nicht nur als Grundlage für die Abschussplanung unersetzlich, sondern sind auch für die Umsetzung von notwendigen Rückzugsräumen oberster Priorität. Es muss daher im Interesse aller Vorarlberger Jägerinnen und Jäger liegen, eine hohe Qualität der Zählergebnisse sicherzustellen und die Verantwortung für diese Charakterart der heimischen Bergreviere zu übernehmen und sich für sie einzusetzen.

Nur dadurch kann auch zukünftig eine, dem FFH-Status der Alpengams entsprechende, jagdliche Nutzung sichergestellt und verantwortet werden. Natürlich wissen wir, dass mit den periodischen Zählungen nur Wildbestandstrends und keine absoluten Bestandszahlen erfasst werden. Es wird immer eine Dunkelziffer geben. Wichtig ist aber, dass die periodischen Erhebungen zur Abschätzung von Trendsim regelmäßigen Abstand durchgeführt werden. 

Informationen zum Ablauf der Zählung

  • In allen Jagdrevieren mit Gamswildvorkommen.
  • Zähltermin: Samstag, 11. Oktober 2025
  • Ausweichtermin: Samstag, 18. Oktober 2025

Die Zählung findet von 07:30 Uhr bis 10:00 Uhr statt.

  • Zuständige Jagdschutzorgane und Jagdnutzungsberechtigte.
  • Idealerweise sollten zur Zählung externe Personen hinzugezogen werden (z.B. Ausbildungsjäger, JungjägerInnen, Interessierte etc.)
  • Unterteilung in Böcke, Gaisen und Kitze (sofern möglich auch Jährlinge)
  • Besonders wichtig ist die möglichst exakte Erfassung der Kitze und der Jahrlinge. Damit kann der effektive Nachwuchs in einem Gamswildlebensraum abgeschätzt werden.
  • Werden Gamsrudel oder Gamsgruppen von mehreren Zählteams erfasst, so ist die jeweils höhere Zahl heranzuziehen und nur in einer der Zählflächen anzugeben bzw. so aufzuteilen, dass die Gesamtsumme nicht überschritten wird und ist ein Verweis auf die Doppelzählung anzuführen.
  • Bitte um rasche Übermittlung der ausgefüllten Zählformulare („Zählblatt_Gamswild_2025“) an den zuständigen Gamswildraumsprecher.
  • Anschließend erfolgt eine gesammelte Weitergabe an die Vlbg. Jägerschaft.
  • Die Ergebnisse der Haupt- und Nebenreferenzgebiete im Zuge der landesweiten Zählung bitte zusätzlich gesondert erfassen und das Ergebnis an den Gamswildraumsprecher melden.

Abschließend ergeht die Bitte an alle Revierinhaber und JägerInnen, sich mit ehrlichem Einsatz an dieser Zählung zu beteiligen. Wir wollen proaktiv die gelebte Verantwortung für diese Wildarten in der Öffentlichkeit aufzeigen und die nachhaltige Bejagung dieser Wildarten auch für die Zukunft sicherstellen. Daneben ist diese Zählung eine gute Grundlage für die laufende Evaluierung der Auswirkungen des Klimawandels sowie der Schadwildabschüsse auf die Gamsbestände im Vorarlberger Alpenraum.

Fachausschuss Gamswild

Den Vorarlberger Jägern ist ihre Verantwortung gegenüber dem Wild und deren Lebensraum zu tiefst bewusst. Dementsprechend wurden in der Vorarlberg Jägerschaft Fachausschüsse für alle jagdbaren Wildarten und einzelne jagdliche Themen gegründet.

Am Montag, dem 21.7.2025 traf sich der Fachausschuss Gamswild. Untrennbar mit unserer Bergwelt verbunden, übt das Gamswild mit seiner Überlebensfähigkeit und Anpassung an unwirtliche Lebensräume eine große Faszination auf uns Jäger und Naturliebhaber aus. Nicht erst, durch die in der letzten Zeit aufgeflammte FFH Diskussion, wurde in diesem Ausschuss darauf geschaut, dass das Gamswild in Vorarlberg einen günstigen Erhaltungszustand hat.
Dazu gehören:

    • ständige Beobachtungen durch JSO
    • Rasche Reaktion auf Krankheiten (Gamsblindheit, Blauzungenkrankheit, …)
    • Monitoring durch Zählungen
    • Kontrolle und Analyse bei den Hegeschauen und den Oberländer Jägertagen 
    • statistische Auswertungen

Der Gamswildausschuss, bestehend aus den Sprechern der 13 Gamswildräume und weiteren Spezialisten, bildet dabei die Plattform die Themen zu diskutieren und um Empfehlungen, aber auch Richtlinien auszugeben. 

In den vergangenen Jahren lag die Verantwortung für diesen Ausschuss in den Händen von RJ Manuel Nardin. Mit viel Engagement und Einsatz setzte er sich mit dem Ausschuss für das, ihm sehr am Herzen liegende, Gamswild ein.

Ein großes Dankeschön für deinen Einsatz.

Durch neue umfassende Aufgaben als Obmann des Verbandes der Vorarlberger Jagdschutzorgane wurde eine Nachfolge notwendig. Er übergab nun diese Aufgaben an JSO David Burtscher.

JSO David Burtscher

Kurzer Steckbrief:

  • 37 Jahre, verheiratet, zwei Kinder
  • wohnhaft seit 15 Jahren in Lech, geboren in Fontanella
  • seit 10 Jahren Jagdschutzorgan, er betreut 4 Reviere mit ca. 2.000 ha

Ziele: 

  • Mehr Wertschätzung gegenüber der Wildart Gams.
  • Gesunde und gut strukturierte Bestände.
  • Zeitgemäßes Monitoring  
  • Weitere Digitalisierung zur Auswertung der Daten

um eine nachhaltige und weidgerechte Gamswildbewirtschaftung, unter dem Gesichtspunkt eines günstigen Erhaltungszustandes, zu sicheren

Neben einem Rückblick auf das vergangen Jagdjahr, statistischen Auswertungen aus den Hegeschauen und einer Zusammenfassung zum Thema FFH Richtlinie, beschäftigte sich der Ausschuss mit der  organisatorischen Vorbereitung der anstehenden landesweiten Zählung. 

Unter dem Aspekt der Stärkung der Gamswildräume wurde die Abwicklung mit entsprechender Vor-, Nachbesprechung und Präsentation erarbeitet. Ein neues Zählformular soll helfen die Bestandserhebung noch zu verbessern. Genauere Informationen werden in einem eigenen Artikel noch bekannt gegeben. 

Geplanter Termin:

Samstag, 11.Oktober 2025

Ausweichtermin: 18.10.2025

Grundeigentümertag 2025

Im Rahmen der Oberländer Jägertage in Raggal lud die Vorarlberger Jägerschaft erneut zum Grundeigentümertag ein. Hochkarätige Fachvorträge zu aktuellen Themen zogen auch in diesem Jahr zahlreiche Besucher an – die Halle war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Hier die Veranstaltung zum Nachsehen:

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Folgende Themen wurden im Zuge der Tagung vorgetragen:

Rechtliche Situation Gamswild

Prof. Dr. Walter Obwexer
Eu-Recht, FFH Richtlinie, Vlbg. Jagdgesetz, bisherige Judikatur

 

Raumnutzung beim Rehwild

Robin Sandfort MSc

Auswirkungen der Bejagung, Neues aus der Rehwildforschung


Praktische Rehwildbewirtschaftung

Helmut Fladenhofer OFö
Habitatnutzung, Habitatverbesserung, etc…

Bambi Safe

APP ZUR KOMMUNIKATION UND AUFTRAGSERSTELLUNG FÜR DIE REHKITZRETTUNG

Im Rahmen eines Diplomarbeitsprojekts der HAK Feldkirch wird an einer innovativen Lösung zur Unterstützung der Rehkitzrettung gearbeitet. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer App, die die Kommunikation und Koordination zwischen Jägern und Landwirten erleichtert und damit die Rettung von Rehkitzen noch effektiver gestaltet.

Um Meinungen und Bedürfnisse aus der Praxis einzuholen haben die Projektbeteiligten eine Umfrage erstellt. Wir bitten euch herzlich, diese Umfrage zu unterstützen, indem ihr daran teilnehmt. Das Feedback der JägerInnen ist von großer Bedeutung für die erfolgreiche Umsetzung dieser Idee.

 

 

Hier geht es direkt zur Umfrage:
👉 Umfrage zur Rehkitzrettung

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt und damit einen wertvollen Beitrag zum Tierschutz leistet!

Gamsblindheit

Die Gamsblindheit (auch: Infektiöse Keratokonjunktivitis – IKK) ist eine hochansteckende Augenerkrankung, verursacht durch das Bakterium Mykoplasma conjunctivae. Es kommt zu einer Entzündung der Binde – und Hornhaut des Auges. Betroffen sind vor allem Gämsen, aber auch Steinwild. Je nach Verlauf führt sie zu einer vorübergehenden oder im schlimmsten Fall dauerhaften Erblindung durch Zerstörung des Auges. Die Erkrankung ist damit für die Tiere lebensbedrohlich.

Übertragen werden die Bakterien sowohl über direkten als auch indirekten Kontakt (zB Fliegen). Schafe, aber auch Ziegen können den Erreger ebenfalls tragen, wobei Schafe meist symptomlose Träger sind. Eine wechselseitige Infektion ist daher beim Zusammentreffen von Schafen mit Gams– sowie Steinwild möglich. Ein selbstständiges Ausheilen der Gamsblindheit ist möglich, erfordert jedoch unbedingt ausreichend Ruhe.

Eine Übertragung und folgende Infektion des Menschen nach Kontakt mit erkrankten Tieren ist möglich. Entsprechende Hygienemaßnahmen sind daher dringend empfohlen, wie die Verwendung von Handschuhen bzw. gründliches Händewaschen und Desinfizieren nach einem Kontakt.

Vier Stadien der Erkrankung

Typische kreisende Fortbewegung. Die Tiere verlieren durch die Erblindung ihre Orientierung.
  1. Stadium: Die Tiere zeigen vermehrten Tränenfluss, Lichtscheue und eine Rötung der Bindehäute.
  2. Stadium: Eine deutliche Entzündung der Bindehaut und erste Trübungen der Hornhaut werden sichtbar. Das Tier zeigt bereits leicht unsicheres Verhalten.
  3. Stadium: Starker Tränenfluss, gelbe Herde auf der Hornhaut und fortschreitende Trübung kennzeichnen eine ernsthafte Schädigung des Auges.
  4. Stadium: Hornhautgeschwüre bis hin zum Austritt des Kammerwassers führen zur vollständigen Erblindung.

Aktuelle Situation

Krankheitszüge der Gamsblindheit treten in etwa alle zehn Jahre in den Gamspopulationen auf, aufgrund des Klimawandels zeichnen sich jedoch kürzer werdenden Intervalle ab. In Vorarlberg kam es zuletzt im Jagdjahr 2017/18 zu einem seuchenartigen Auftreten. Alleine bei der Veterinärbehörde in Bludenz wurden damals um die 100 Hegeabschüsse von Gamswild vorgelegt.

Nachdem in den vergangenen Jahren immer wieder einzelne Fälle auftraten kam es aktuell (November 2024) zu mehreren Fällen in den Gamswildräumen „Gamsfreiheit-Spullers“ und „Zitterklapfen“.

Maßnahmen und Meldepflicht

Da eine Behandlung der Wildtiere nicht möglich ist, ist absolute Ruhe für die Tiere erforderlich, um die Chance einer selbstständigen Ausheilung zu erhöhen, jegliche Störungen sind zu vermeiden.

Ein Hegeabschuss ist erst dann gerechtfertigt, wenn die Krankheit weit fortgeschritten ist (Stadium 3 und 4). 

Ein bloßes Verdachtsmoment reicht nicht aus, da sich infizierte Tiere in frühen Stadien bei nachlassendem Infektionsdruck erholen können. 

Eine Meldung an den Hegeobmann sowie die Jagdnutzungsberechtigten der Nachbargebiete ist über das Jagdgesetz vorgegeben! Erlegte Tiere sind der Behörde (idR dem Amtstierarzt) vorzulegen.

Landesweite Birkwildzählung 2024

Dem zweijährigen Turnus entsprechend findet im Frühjahr 2024 wieder eine landesweite Birkwildzählung statt. Vom Raufußhühnerausschuss der Vorarlberger Jägerschaft wurde folgender Zähltermin fixiert:

 

TERMIN:  4. MAI 2024

AUSWEICHTERMIN: 11. MAI 2024

 

Jede Hegegemeinschaft sollte die Zählung intern koordinieren und die Zählergebnisse gesammelt an die Geschäftsstelle übermitteln.

Im Fall von schlechter bzw. ungeeigneter Witterung kann die jeweilige Zählung auf den Ausweichtermin, welcher eine Woche später stattfindet, verschoben werden.

Die notwendigen Unterlagen für die Zählung wurden den zuständigen Hegeobmännern zugesandt können hier heruntergeladen werden:

 

Wir bitten Sie, auch heuer wieder an der Birkwildzählung teilzunehmen. Nur durch das gewissenhafte Monitoring in Form von Zählungen und durch die abgegebenen Birkwildberichte ist die Möglichkeit einer Frühjahrsbejagung durch Ausnahmeverordnungen auch in Zukunft gegeben. Die langjährigen Zähldaten belegen eine stabile Bestandesentwicklung des Birkwildes in Vorarlberg – mit natürlichen Schwankungen (siehe Grafik).



Entwicklung der Birkwild-Bestandeserhebung in den Jahren 2000 – 2022 (in den Jahren 2006-2007 fand keine Erhebung statt. 2015, 2017, 2019 und 2021 erfolgte die Bestandeserfassung durch Intensivzählung in den Refenzgebieten) – aufgeteilt auf Hahnen, Schneider und Hennen

Der Umgang mit den erhaltenen Daten ist natürlich streng vertraulich!

 

Fragen zum landesweiten Birkwildmonitoring können gerne an den Obmann des Fachausschusses Akad. JW Karlheinz Jehle (karlheinz.jehle@gmx.at) oder an Gernot Heigl MSc (gernot.heigl@vjagd.at) gerichtet werden.

Zudem ist die Weiterführung von Habitatpflegemaßnahmen, wie der Schaffung von strukturreichen Biotopen durch Schwenden, notwendig, um die vorhandenen Lebensräume dieser interessanten Wildart zu schützen und zu erhalten.

Verzicht auf Gamswildjagd

Liebe Jägerinnen und Jäger,

geschätze Kollegeninnen und Kollegen,

 

Aufgrund der für Dezember recht ungewöhnlich hohen Schneemengen spricht der Gamswildausschuss die Empfehlung aus, das Gamswild aus tierschutz- und jagdethischen Gründen in jenen Gebieten, in denen keine forstlichen Schäden zu erwarten sind, ab sofort nicht mehr zu bejagen.

Gamswild kommt mit derart widrigen Bedingungen einigermaßen gut zurecht, jedoch ist Ruhe das oberste Gebot. Unnötige Störungen verursachen Stress und wertvolle Reserven werden vorzeitig verbraucht.

Der Druck von Freizeitnutzern wird immer größer, umso wichtiges ist es, dass wir JägerInnen mit gutem Beispiel voran gehen und dem Wild die nötige Ruhe gewähren.

 

Besten Dank für euer Verständnis und Weidmannsheil!

 

Für den Gamswildausschuss der Vorarlberger Jägerschaft

Revierjäger Manuel Nardin

 
 

Achtung Rehbrunft!

Ab Ende Juli beginnt in Vorarlberg die Rehbrunft. Die Böcke folgen dabei der Geiß, die anfangs flüchtet. Der Bock treibt sie daher vor allem am Beginn mit hohem Tempo. Durch dieses Brunftverhalten wechselt Rehwild in der Brunftzeit vermehrt über Straßen, wodurch auch untertags das Risiko für Wildunfälle steigt. Die Vorarlberger Jägerschaft appelliert daher, das Tempo anzupassen und die Straßenränder im Blick zu behalten. 

„Bock und Geiß haben in der Brunftzeit den Kopf woanders. Der Bock etwa treibt die Geiß mit gesenktem Haupt und nimmt seine Umgebung nicht mehr wahr. Daher ist zum Schutz der Fahrzeuginsassen und der Wildtiere erhöhte Vorsicht im Straßenverkehr geboten“, so Landesjägermeister Christoph Breier. In Vorarlberg kommen jährlich mindestens 800 Wildtiere durch den Straßenverkehr zu Tode. Rehwild ist dabei mit 350 Stück am stärksten betroffen.

Die Jägerschaft verfolgt zur Senkung der Wildunfallrate zwei Wege: Sensibilisierungsmaßnahmen in Form von Presseaussendungen in der Hauptwechselzeit im Herbst sowie Vergrämungsmaßnahmen in Form von optischen Warnmelder an neuralgischen Straßenabschnitten. Sie warnen Wildtiere und halten sie im Falle von herannahenden Fahrzeugen von der Fahrbahn fern.

In den vergangenen Jahren wurden auf diese Art bereits zahlreiche Landesstraßen sicherer gemacht. Die Erfolgsrate spricht dabei für sich: Die Zahl der Rehwild-Nachtunfälle konnte auf diesen Abschnitten um bis zu 70 Prozent zu reduziert werden.

Übersicht der Wildunfälle

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Die Karte zeigt jenen Teil der Wildunfälle bei welchem die Polizei informiert wurde. Bitte beachten, dass 40% der Einsätze nicht mittels GPS-Position erfasst wurden und daher nicht aufscheinen.

Verhaltensrichtlinien bei Wildunfällen

Im Falle eines drohenden Zusammenstoßes mit einem Wildtier sollte stark gebremst und das Lenkrad gut festgehalten werden, denn Ausweichmanöver stellen ein hohes Risiko für die Insassen und andere Verkehrsteilnehmer dar. Sollte es zu Wildunfällen kommen, müssen die Fahrzeuglenker das Fahrzeug abstellen und die Unfallstelle absichern. Nach der Versorgung von verletzten Personen müssen Polizei und im Bedarfsfall die Rettung verständigt werden. Grundsätzlich muss jeder Unfall – also auch wenn das Tier flüchtet – der Polizei gemeldet werden, die den Unfall aufnimmt und die Jägerschaft informiert, die Nachsuche und die Bergung übernimmt. 

Das Tier darf keinesfalls mitgenommen werden.

Rehkitzrettung

In den Monaten Mai/Juni werden mehrheitlich die Rehkitze gesetzt. Ihr gepunktetes Fell, kombiniert mit ihrem natürlichen Verhalten sich ins hohe Gras zu ducken, macht die Kitze nahezu unsichtbar für Fressfeinde. Diese Strategie des Rehwildes ist aber leider nicht gegen den Einsatz von Mähwerken ausgelegt.

Da die erste Mahd in derselben Zeit stattfindet wie die Setzzeit, fallen laut Schätzungen jährlich bis zu 25.000 Rehkitze in Österreich den Mähwerken zum Opfer. In Vorarlberg dürfte es sich um mehrere hundert Jungtiere handeln. Um den Mahdverlust so gering wie möglich zu halten, gibt es vielerlei einfache und praktikable Techniken. Sehr bewährt hat sich mittlerweile insbesondere der Einsatz von Drohnen.

Bereits vor einigen Jahren wurde damit begonnen Drohnen mit Wärmebildkameras zur Rettung von Rehkitzen einzusetzen. Diese Methode ist sehr effizient und ermöglicht ein schnelles und zuverlässiges Absuchen von Wiesen, welche anschließend gemäht werden können. Viele Jäger und Landwirte möchten diese Technik zum Schutz von Rehkitzen einsetzen, nur ist es oft schwierig verfügbare Drohnenpiloten in der Nähe zu finden.

Um diese Lücke zu schließen und die Kommunikation zwischen den Interessengruppen zu vereinfachen, wurde vom Tiroler Jägerverband die Plattform „Rehkitzrettung – gemeinsam gegen den Mähtod“ erstellt. Nun hat sich die Vorarlberger Jägerschaft dieser erfolgreichen Plattform angeschlossen.

Förderungsprojekt

Um den Einsatz dieser bewährten Technik weiter zu forcieren unterstützt die Vorarlberger Jägerschaft das Engagement der Vorarlberger JägerInnen durch Anerkennungsbeitrag für Drohneneinsätze sowie Zuschüsse zur Anschaffung von Vergrämungsgeräten (siehe unten).

 

Gefördert werden die gemeldeten Einsätze von DrohnenpilotInnen, welche auf der Plattform http://www.rehkitzrettung.at registriert sind. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Anzahl Einsätze bzw. der abgeflogenen Fläche pro Einsatz.

Gefördert werden Einsätze in drei Kategorien: „klein“ (<10 ha) mit € 40, „mittel“ (10-20 ha) mit € 70 und „groß“ (ab 20 ha) mit € 120 je Einsatz.

Einsatz von Wärmebilddrohnen

Drohnen, welche für die Rehkitzrettung eingesetzt werden, verfügen über eine Echtbild- und eine Wärmebildkamera. Die hochsensible Wärmebildkamera misst und visualisiert die Temperaturen am Boden, wodurch deutlich wärmere Objekte erkannt werden können und die versteckten Rehkitze sichtbar werden.

Am besten funktioniert dies in den frühen Morgenstunden, wenn der Boden und die Vegetation kühl sind und noch nicht von der Sonne aufgewärmt. Je nach Bewölkungsgrad bzw. Sonnenscheindauer und technischen Möglichkeiten der Wärmebildkamera ist es ggf. auch am Vormittag oder gar noch später möglich, Rehkitze aufzuspüren.

Die Felder, welche später gemäht werden, werden in einem Raster abgeflogen. Dies erfolgt entweder manuell gesteuert oder nach einer zuvor festgelegten und programmierten Route. Je nach Wärmebildkamera wird dabei in einer Höhe von rund 80 m geflogen. Dadurch ist es möglich, in kurzer Zeit relativ große Flächen abzusuchen.

Registrierung für Drohnenpiloten

Um sich als Drohnenpilot eintragen zu lassen, müssen Sie sich einfach auf der Homepage http://www.rehkitzrettung.at als solcher registrieren . Die Vorarlberger Jägerschaft wird Sie daraufhin kontaktieren und Sie anschließend in die Datenbank bzw. auf der Karte eintragen.

Die Registrierung ist kostenlos und es ist jedem Piloten selbst überlassen wann und wo er zur Verfügung steht.

 
 

Förderung von Vergrämungsgeräten

Zusätzlich zur Unterstützung von Drohneneinsätzen fördert die Vorarlberger Jägerschaft im Zuge des neu gestarteten Projektes auch den Kauf von Vergrämungsgeräten für die Rehkitzrettung.

Dabei handelt es sich um innovative Geräte, die mit variablen akustischen und optischen Signalen zur allgemeinen Wildvergrämung (Kitzrettung, Wildschadensvermeidung usw.) eingesetzt werden können. Diese verfügen zumeist über verschiedene Betriebsfunktionen, die für die Kitzrettung oder zur Wildvergrämung eingesetzt werden können. Die Abfolge der optischen und akustischen Signale hat zur Vorbeugung eines Gewöhnungseffekts keine Regelmäßigkeit. Durch eine 360-Grad-Bauweise, kann eine gleichmäßige Vergrämungswirkung in einem Umkreis von mindestens 100 Metern erreicht werden. Das entspricht einer Fläche von etwas mehr als drei Hektar.

Wichtig ist, dass diese Maßnahme erst am Tag bzw. Abend vor dem geplanten Mähtermin umgesetzt werden, ansonsten droht die Gefahr der Gewöhnung, was folglich dazu führt, dass die Geiß das Kitz wieder zurück in die angestammte Wiese bringt.

 

Insgesamt wird die Anschaffung von 50 Geräten mit jeweils € 50 gefördert. Damit diese Geräte möglichst homogen über Vorarlberg verteilt werden können, können pro Betrieb bzw. pro Jagdgebiet maximal vier Geräte bestellt vom zuständigen Jagdschutzorgan bzw. Pächter bestellt werden.

Bei Interesse bzw. Fragen wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle der Vorarlberger Jägerschaft.